Burnout – Sind Sie gefährdet ein Burnout zu entwickeln?

Burnout - sind Sie gefährdet

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Burnout – ein oft verwendeter Begriff, doch was steckt unterbewusst dahinter? Wie kann es sein, dass jemand bis zur Erschöpfung arbeitet, ohne es zu merken? 

Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl von permanentem Stress im Leben und haben sogar die Sorge, ein Burnout zu entwickeln?

In diesem Artikel können Sie herausfinden, ob Sie gefährdet sind, ein Burnout zu entwickeln und bekommen auch 7 hilfreiche Tipps, sollte das so sein. 

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Eine tiefergehende Betrachtungsweise

In der modernen Psychotherapie und Schematherapie gehen wir davon aus, dass bestimmte „Lebensthemen“ in Form von Schemas in unserem Gehirn angelegt sind. Beim Thema Burnout geht es hauptsächlich um ein Schema, das unter folgenden Begriffen bekannt ist: „überhöhte Standards, unerbittliche Ansprüche, übertrieben kritische Haltung“

In bestimmten Lebensphasen oder Situationen kann es nun sein, dass ein angelegtes Schema „getriggert“ wird, also durch meist unbewusste Prozesse aktiviert wird. Wenn es stark aktiviert ist, können wir nur schwer sehen, dass wir gefangen sind in einem automatischen Programm. Was wir fühlen, denken, wie wir handeln und mit anderen Menschen agieren erscheint uns dann so normal, dass wir gar nicht erst auf die Idee kommen, dies alles zu hinterfragen.

Das Problem mit den überhöhten Standards

Und da liegt nun die Krux. Das Schema, also das Programm „überhöhte Standards“, treibt uns immer wieder an weiterzumachen. Immer noch mehr zu leisten. Und weil wir durch unsere Leistungen meistens auch belohnt werden, merken wir dabei gar nicht, wie uns die Kräfte ausgehen. Nach und nach werden wir körperlich müde – bis zur kompletten körperlichen und geistigen Erschöpfung, dem Burnout.

Man kann sich das so vorstellen: durch das ständig beschäftigt sein, ständig im Tun sein, sind wir automatisch abgelenkt von unserer Gefühlswelt. Und dann nehmen wir auch wichtige Gefühle, die uns auf unsere Bedürfnisse hinweisen, nicht wahr. Wir sind dann „kopfgesteuert“. Das kann sehr lange so dahinlaufen und führt zu chronischen Stressbelastungen.

Damit unser Kopf nun endlich kapiert, dass wir auch einmal Pause brauchen, setzt der Köper vermehrt „Zeichen“. Das sind körperliche Folgeerscheinungen der Stressbelastung. Darunter fällt alles mögliche. Typischerweise psychosomatische Symptome, Schlafprobleme, Ängste, Panikattacken, Gereiztheit, Depressionen.

Das Problem ist nun, dass wir durch dieses Schema so programmiert sind, dass wir dies einfach nicht wahrnehmen können. Es geht ja schließlich genau darum, immer weiter zu leisten.

Wie entwickelt sich das Schema?

Wenn man etwas gut macht, dann bekommt man Lob und Anerkennung dafür und das tut unserem Selbstwert gut. Das kennen wir alle. Und genau dieselbe Erfahrung haben wir auch schon als Kind gemacht. Wenn nun auch noch die Umstände so waren, dass zum Beispiel Leistung in der Familie ein wichtiges Thema war und von uns als Kind viel erwartet wurde, zuhause oder auch später in der Schule, dann hatten wir eine gute Chance dieses Schema zu entwickeln.

Eine andere Variante ist, dass wir uns als Kind tief im Innern sehr unsicher gefühlt haben oder große Ängste hatten zu versagen. Indem wir dann alles besonders gut und richtig, ja fast schon perfekt gemacht haben, waren dann die Ängste nicht mehr zu spüren. Die Bestätigung für erbrachte Leistung auf der einen Seite sowie das super-angenehme Gefühl keine Angst zu spüren wirken nun unglaublich verstärkend, sodass unser Gehirn lernt: Leiste viel, dann bist du etwas wert!

Und das wird dann auch so umgesetzt und immer wieder wiederholt, sodass es als Muster ganz automatisch im Gehirn abgespeichert wird. Leider geht das alles auf Kosten von Spiel, Spaß, Spontanität und Entspannung.

Wie Sie das Schema erkennen

  • Sie sind sehr ehrgeizig
  • Sie sind perfektionistisch
  • Sie denken häufig ganz automatisch, wie Sie Sachen möglichst schnell und effizient erledigen können
  • Sie haben einen engen Zeitplan
  • Sie haben immer etwas zu tun
  • Wenn Sie einmal Pause hätten, dann fallen Ihnen viele Dinge ein, die noch zu erledigen wären und Sie haben den Drang, dies auch gleich zu tun
  • Sie können schwer „abschalten“
  • Ihre Gedanken drehen sich darum, was Sie alles zu tun haben
  • machen wenig Pausen
  • Wenn Sie einmal nichts zu tun haben, werden Sie sehr unruhig und halten die Ruhe kaum aus
  • Sie vermeiden unstrukturierte Situationen
  • Manchmal vermeiden Sie es, schwere Aufgaben zu übernehmen
  • Manchmal haben Sie Ängste, es nicht zu schaffen oder zu versagen
  • Menschen weisen Sie darauf hin, dass Sie sehr viel leisten, doch Sie finden das „ganz normal“
  • Wenn Ihnen alles zu viel wird, stellen Sie Ihr ganzes Leistungsverhalten in Frage

Je mehr dieser Fragen Sie mit ja beantworten können, umso stärker ist das Schema bei Ihnen ausgeprägt. Dann sind vielleicht auch folgende Tipps für Sie hilfreich:

7 Tipps, wie Sie ein Burnout verhindern können:

  1. Machen Sie sich in einem ersten Schritt bewusst, dass Sie ein Schema „überhöhte Standards“ in sich tragen und dieses aktiviert ist. Denken Sie daran, dass Ihr denken, fühlen und handeln durch ein „Programm“ gesteuert wird. Dieses Programm verfolgt das Ziel, immer mehr leisten zu müssen, damit Ihr Selbstwert stabilisiert wird und tief lauernde Unsicherheiten und Ängste nicht gespürt werden.
  2. Beginnen Sie, dieses Schema zu verstehen.
  3. Hinterfragen Sie alle Aussagen, die Sie oben mit „ja“ beantwortet haben und überlegen Sie sich, wie das Leben wäre, wenn das nicht zutreffen würde.
  4. Machen Sie sich klar, dass Ihr Selbstwert nicht nur von Ihren Leistungen abhängt.
  5. Trauen Sie sich, Gefühle wie Unsicherheit und Angst zuzulassen und anzunehmen – es wird vielleicht etwas ungewohnt sein, aber es wird Ihnen nichts passieren. Gefühle kommen und gehen auch wieder und haben häufig mit der aktuellen Situation gar nicht so viel zu tun.
  6. Versuchen Sie sich vorzustellen, Sie hätten dieses Schema nicht – gibt es Tätigkeiten, die Sie dann vielleicht gar nicht mehr ausüben würden? Wäre Ihr Leben dann vielleicht stressärmer?
  7. Überlegen Sie sich, wie Sie mehr Spiel, Spaß, Spontanität und Entspannung in Ihr Leben bringen können.

Versuchen Sie es einfach! Wagen Sie den Versuch und beobachten Sie die Veränderungen in sich, Ihrem Leben und Ihrem Umfeld. Ich würde mich sehr über Rückmeldungen Ihrer Erfahrungen freuen.

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Dr. Eva Brunegger 
Ärztin, Psychotherapeutin, Coach
Expertin für Stressmanagement und Burnout Prävention

"Krisensicher durchs Leben wandern...

... mit einem gesunden Körper, gesunden Beziehungen und
psychischer Flexibilität"

Brauchen Sie Unterstützung?

Wenn Sie vermuten, ein Burnout zu haben, lesen Sie gleich den Beitrag Habe ich ein Burnout? und suchen Sie sich bitte rasch Unterstützung bei einem Arzt oder Psychotherapeuten Ihres Vertrauens.

Gerne kann auch ich Sie im Rahmen eines Ich-Projekts bei der Prävention oder Therapie Ihres Burnouts untertstützen. 

 

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