Stress – ein Modewort oder steckt doch mehr dahinter?

stress_2_blog

Teile diesen Post

Share on facebook
Share on linkedin
Share on twitter
Share on email

Stress – ein häufig verwendeter Begriff in unserem Alltag. „Stress dich nicht!“ oder „Alles gut, kein Stress!“ sind Aussagen, die uns nur allzu gut bekannt vorkommen. Aber was ist mit dem Wort Stress tatsächlich gemeint? Gibt es Stress wirklich und wie reagiert unser Körper darauf?

Stress geht nach aktueller Forschungslage auf unsere Vorfahren zurück. Der Urmensch benötigte in gefährlichen Situationen, wie bei Kampf oder Flucht, einen Energieschub, den er über die Stressreaktion bekommen hat. Eine Stressreaktion ist demnach eine Reaktion des Körpers auf eine Anforderung, für die wir Menschen mehr Energie zur Verfügung gestellt bekommen. Dabei spielen unter anderem muskuläre Anspannung, schnellere Atmung, Veränderungen im Puls und Blutdruck eine Rolle. Die Möglichkeit eine Stressreaktion zu bekommen hat überdauert und hält auch heute Einzug in unser tägliches Leben.

Demnach kann die Frage, ob es die Stressreaktion tatsächlich gibt, mit einem Ja beantwortet werden. Aber was bedeutet das für uns, unseren Körper und unsere Gesundheit?

Wir leben in einer Zeit, in der viel von uns verlangt wird und sich auch viel verändert hat (siehe Blog über Coronakrise). Hinzukommen die ständigen technischen Weiterentwicklungen, damit Vieles noch schneller und vermeintlich einfacher funktionieren soll. Ständige Erreichbarkeit, schnellerer Austausch und Vernetzung spielen dabei oft eine große Rolle. Wie gehen wir damit um?

Wir versuchen den Anforderungen gerecht zu werden, möchten „alles“ schaffen und gehen an unsere Grenzen. Wenn wir das Gefühl haben, dass die Anforderungen uns überfordern und negative Emotionen überhandnehmen, dann ist das ein Zeichen für eine länger andauernde Stressreaktion. Die Stressreaktion lebt von einem Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung. Sobald die Anspannung nachlässt, tritt Entspannung ein und die Stressreaktion klingt ab. Wenn es uns aber schwerfällt die Anspannung zu reduzieren und sie über Wochen, Monate oder manchmal sogar Jahre aufrecht bleibt, dann sprechen wir von einer chronischen Stressbelastung.

Was passiert im Körper bei einer chronischen Stressbelastung?

Wenn Stress chronisch wird und über einen längeren Zeitraum die Anspannung und Anforderungen an unseren Körper sehr hoch sind, dann zeigt sich dies auf körperlicher Ebene. Bei Stress sind wir voller Energie, Ausruhen und Entspannen sind dabei nicht vorgesehen. Wenn wir über einen längeren Zeitraum „Vollgas“ geben ohne körperliche Entspannung, dann werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Veränderungen auf körperlicher Ebene ergeben. Mögliche körperliche Veränderungen können auftreten:

  • Entspannungsunfähigkeit
  • Schlafstörungen
  • Muskelverspannungen / Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Rückenschmerzen
  • Herz-/Kreislauferkrankungen
  • Blutdruckveränderungen
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Höheres Infarktrisiko
  • Erschöpfungszustände
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Veränderte Atmung
  • uvm.

Es ist nicht leicht sich eigene Grenzen, egal ob körperlich und emotional, einzugestehen. Es belastet uns und wir fragen uns was mit uns los ist? Wir möchten funktionieren und der Körper soll mitarbeiten. Manchmal haben wir das Gefühl, dass unser Körper uns im Stich lässt und nicht das tut, was wir von ihm erwarten. Wie kann das sein?

Langandauernder Stress verlangt sehr viel Energie von uns und unserem Körper ab. Die Energie hilft uns herausfordernde Situationen bestmöglich zu bewältigen. Wir sind aktiv und können viel leisten. Wenn wir jedoch „nur“ Energie abgeben ohne uns selbst immer wieder „aufzuladen“, dann entsteht ein Ungleichgewicht. Wir verbrauchen mehr Energie als wir uns selber geben. Durch die immer weniger werdende Energie fällt es uns schwer das gewohnte Pensum zu leisten und der Körper setzt Signale. Auch können dadurch psychische Veränderungen entstehen (siehe Blog psychische Auswirkungen von Stress). Wo und wie kann ich ansetzen, wenn ich eine Veränderung möchte?

Zunächst können wir uns ein paar Fragen stellen, die helfen sollen, einen Überblick über mögliche Ansatzpunkte zu bekommen.

  • Welche Situationen führen bei Ihnen zu Stress? Sind es mehr Anforderungen von außen oder spielen eigene Ansprüche dabei auch eine Rolle?
  • Gibt aktuelle zusätzliche Belastungsfaktoren? (z.B.: Soziale Konfliktsituation)
  • Wie gestalten Sie Ihre Freizeit?
  • Wie können Sie sich entspannen? Wird dies vermehrt in den Alltag eingebaut?
  • Haben Sie schon mal eine Entspannungsmethode ausprobiert?
  • Kennen Sie Ihre körperlichen Warnsignale?
  • Wie gehen Sie mit Ihrem Körper um?
  • Was geben Sie ihm und was erwarten Sie von ihm?

Mit solchen Fragen wird auch in der Therapie gearbeitet. Es geht darum herauszufinden, welche Situationen / Lebensbereiche führen zu Anspannungen und wo sehen Sie für sich Ansatzpunkte zur Reduzierung der Stressbelastung. Es wird erarbeitet, was Sie für sich tun können, um Ihre Anspannung zu reduzieren. Dies kann wie folgt aussehen. Hier ein kleiner Auszug aus einem Stressbewältigungskoffer:

  • Kurzentspannungen für den Alltag (z.B.: Atemübungen)
  • Genuss im Alltag
  • Regelmäßige Übungen / Sport (passend zum Alltag)
  • Achtsamkeitsübungen (Besinnen auf das Hier&Jetzt)
  •  

Wenn Sie mehr zu diesem Thema oder zu unseren weiteren Angeboten wissen wollen oder Hilfe benötigen, können Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail an uns wenden oder online einen Termin vereinbaren. Wir würden uns freuen, wenn wir Ihnen bei Fragen behilflich sein können.

Christina Mitterer, Klinische und Gesundheitspsychologin der Praxis für bio-psychosoziale Gesundheit.

Mitterer_blog

Mehr zu Entdecken:

Wollen Sie Uns Kontaktieren?