Mentale Gesundheit – was hat Stress damit zu tun?

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Was heißt Gesundheit heutzutage?

Das Verständnis von Gesundheit hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. War man früher – insbesondere im vergangenen Jahrhundert – davon überzeugt, dass Gesundheit rein die körperliche Ebene anspricht, so sieht man es heute differenzierter. Neben der körperlichen Seite fließt auch das psychosoziale Wohlbefinden in die Gesundheit mit ein. Die mentale Gesundheit ist somit Teil der ganzheitlichen Gesundheit (siehe Blog zum Thema „Das biopsychosoziale Modell“). Was versteht man unter mentaler Gesundheit?

Es geht dabei um ein Gefühl des Wohlbefindens und um das Gefühl seine Fähigkeiten ausschöpfen zu können. Die WHO (2003) sieht darin auch die Kraft seine alltäglichen Lebensbelastungen bewältigen sowie aktiv an der Gemeinschaft teilnehmen zu können. Mit anderen Worten geht es dabei um ein seelisches Gleichgewicht, ein „in-Balance-sein“ auf emotionaler Ebene.

Was aber, wenn ich mich nicht ausgeglichen und in Balance fühle? Wenn ich das Gefühl habe, überfordert zu sein und es mir emotional nicht so gut geht?

Eine mögliche Ursache dafür kann in vielen Fällen eine starke Stressbelastung sein. Die Stressreaktion ist ein natürlicher Bestandteil unseres Lebens und befähigt uns, zu einer höheren Leistungsbereitschaft. Dieser Energieschub ist mit einer höheren körperlichen und auch emotionalen Anspannung verbunden. Wenn wir das Gefühl haben der Alltag stellt uns vor Herausforderungen, dann werden die Anspannung und die Mehrenergie, die wir zur Verfügung gestellt bekommen, als hilfreich wahrgenommen. Wenn die Stressreaktion jedoch sehr stark empfunden wird, über einen längeren Zeitraum andauert und wir das Gefühl haben, dass die (inneren und äußeren) Anforderungen schwer bewältigbar sind, dann können wir aus dem Gleichgewicht kommen. Man weiß heute, dass sich eine Stressreaktion nicht nur körperlich auswirkt, sondern auch gedanklich, emotional und auf der Verhaltensebene. Mögliche Beispiele werden folgend beschrieben:

  • Körperliche Veränderungen
    • muskuläre Verspannungen
    • schnellere Atmung
    • Blutdruckveränderung
  • Kognitive Ebene
    • Grübeln, geringe Konzentrationsfähigkeit
    • „Das wird mir alles zu viel.“
    • „An mir bleibt alles hängen.“
    • „Ich mache alles falsch.“
  • Emotionale Ebene
    • Ängste
    • Nervosität
    • Gereiztheit / Ärger
    • Gedrückte Stimmung
  • Verhaltensebene
    • Hektik / Fehlerhäufigkeit nimmt zu
    • Gedankenverlorenheit
    • Gefühl nie richtig fertig zu werden

In weiterer Folge können auf psychischer Ebene Folgeerkrankungen entstehen, wenn die Stressbelastung bestehen bleibt. Wie äußert sich das?

Es kann sein, dass sich die Stimmung verändert, Ängste sich verstärken oder Panikattacken auftreten (siehe auch Blog zum Thema „Was kann ich tun bei Panikattacken?“) und auch die Schlafqualität kann als beeinträchtigt erlebt werden. Eine starke oder lang andauernde Stressbelastung beeinflusst die mentale Gesundheit und kann somit Einfluss auf das seelische Wohlergehen nehmen. Wir geben sehr viel Energie ab und es fällt uns im Alltag oft schwer diese Energie wieder aufzuladen. Dies geschieht meistens schleichend und wir erleben nach und nach einen Zustand der Erschöpfung. Dann kann es sein, dass sich in weiterer Folge ein Burnout entwickelt. Was bedeutet das? Es kann als Endpunkt einer länger vorausgehenden Anstrengung gesehen werden. Wenn wir uns körperlich, mental und auch sozial erschöpft fühlen, können dies Anzeichen dafür sein (siehe auch Blog zum Thema „Burnout in Coronazeiten“).

Wie sehen mögliche Folgen im Überblick aus:

  • Depression
    • Gedrückte Stimmung
    • Interessensverlust
    • Freudlosigkeit
    • Erhöhte Ermüdbarkeit
    • Schuldgefühle
    • Vermindertes Selbstvertrauen
    • Pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Schlafstörungen
    • Ungenügende Dauer oder Qualität des Schlafes
    • Ein- und Durchschlafstörungen
    • Morgendliches Früherwachen
    • Erhöhte Angst vor Schlaflosigkeit
    • Leidensdruck
  • Ängste
    • Sorgen
    • Unsicherheiten
    • Soziale Ängste
    • Phobien
  • Panikattacken
    • Gefühl der Atemnot
    • Gefühl zu Ersticken
    • Herzrasen
    • Schwindel
    • Übelkeit
    • Ohnmachtsgefühle
  • Burnout / Erschöpfungssyndrom
    • Rückzug
    • Schlafschwierigkeiten
    • Stimmungsveränderungen
    • Körperliche Beschwerden
    • Müdigkeit / Erschöpfung

Was kann ich tun? Wo kann ich ansetzen, damit es mir wieder besser geht? Um unsere mentale Gesundheit zu verbessern, entwickeln wir Ansätze im Umgang mit Stress und erarbeiten Schutzfaktoren zur präventiven Unterstützung unserer mentalen Gesundheit. Wie kann das aussehen? Was können Sie tun?

„Lachen ist der größte Feind des Stresses“ (Erika Kunz)

  • Was kostet Energie im Alltag? Und wie und durch was können Sie Ihre Energien wieder aufladen?
  • Setzen Sie Prioritäten?
  • Fragen Sie um Hilfe, wenn nötig?
  • Erkennen Sie Ihre Grenzen bzw. Bedürfnisse?
  • Ist Aktivität aktuell Teil Ihres Lebens?
  • Lachen Sie im Alltag?
  • Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte?
  • Entspannen Sie regelmäßig bzw. machen Sie regelmäßig kleine Pausen?

Um diese Fragen beantworten zu können, braucht es Ihre Unterstützung, denn nur Sie spüren, wie es Ihnen wirklich geht. Es ist nicht immer leicht sich zu öffnen und auch nicht immer leicht auszusprechen, wie es einem wirklich geht. Dieser Artikel soll dabei helfen zu erkennen, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, sondern vielmehr von Stärke, sich zu öffnen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

„Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt.“ (Hippokrates)

Hier noch ein paar Tipps, wie Sie Ihre mentale Gesundheit stärken und positiv beeinflussen können:

  • Das Gespräch suchen
  • Aufgaben abgeben / delegieren
  • Hilfe Annehmen ist eine Stärke
  • Liebvoller Umgang mit sich selbst
  • Bewegung Sie sich regelmäßig
  • Entdecken Sie Grenzen (körperlich / emotional)
  • Erholung in den Alltag einbauen

Wenn Sie mehr zu diesem Thema oder zu unseren weiteren Angeboten wissen wollen oder Hilfe benötigen, können Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail an uns wenden oder online einen Termin vereinbaren. Wir würden uns freuen, wenn wir Ihnen bei Fragen behilflich sein können.

Christina Mitterer, Klinische und Gesundheitspsychologin der Praxis für bio-psychosoziale Gesundheit.

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